Die »Rote Emma« war zu ihren Lebzeiten eine verehrte und gefürchtete Symbolfigur des Anarchismus. Sie wurde bekannt durch ihre Reden für die Rechte der Arbeiter*innen, für Geburtenkontrolle, gegen die Wehrpflicht. 1886 war sie im Alter von 17 Jahren aus Russland

in die USA emigriert. Als Textilarbeiterin in New York lebte sie mitten im sozialen Elend und gelangte in anarchistische Kreise. Sie erkannte bald ihr rhetorisches Talent und setzte es in landesweiten

Agitationsveranstaltungen ein. Sie wurde mehrmals zu Gefängnisstrafen verurteilt, verfasste revolutionäre Schriften. 1919, im Zuge der Kommunistenhetze, wurde sie mit anderen Genossen aus den USA nach Russland deportiert. Enttäuscht von der diktatorischen Herrschaft der Bolschewiki, floh sie nach Frankreich, wo sie in den 20er Jahren ihre Autobiografie »Gelebtes Leben« schrieb, Zeugnis einer kämpferischen, mutigen und unabhängigen Frau. 1936 nahm sie an der spanischen Revolution teil. 1940 starb sie vereinsamt in Toronto.

Auf ihrem Grabstein steht ein Zitat von Charles Caleb Colton: »Freiheit steigt nicht zu einem Volk herab, ein Volk muss sich selbst zur Freiheit erheben«.

»Es ist das Selbstporträt einer Frau, die zwischen dem Wunsch nach sexueller und persönlicher Erfüllung und dem Drang, gegen Unterdrückung zu kämpfen, hin- und hergerissen ist. Vor allem hinterlässt es grenzenlose Bewunderung für eine Frau, die gegen alle Widerstände immer ihren eigenen Weg gegangen ist.« Missy Magazine